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Förderberichte
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Was ist Inklusion? - Der Sonar-Sessel in einer Integrationsklasse (IK)
Details zu den Resonanzen - Gesamt-Resüme nach 1 Jahr
Förderberichte über 1 Jahr - Förderkind 1 (Sehen)
Förderkind 2 (Down-Syn) - Förderkind 3 (Feingold) - Förderkind 4 (Autist)
Die Arbeit mit dem Sonar-Sessel - Kosten

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Was ist Inklusion?

Die Situation an deutschen Schulen ist z.Zt. geprägt von der Idee der Inklusion.

Grundlage der Inklusion war die Anfrage der Unicef, ob die Bundesrepublik etwas für behinderte Kinder tun möchte. Diese Frage wurde dem Bundestag, am Ende eines langen Tages mit vielen Abstimmungen, vorgetragen. Niemand der Abgeordneten hat begriffen, welche Sprengkraft dieser Tagesordnungspunkt beinhaltet. Alle anwesenden Abgeordneten (die meisten waren schon nach Haus gegangen) stimmten deshalb für den Inklusionsgedanken; sie gingen davon aus, dass ein paar Kinder mit fehlenden Gelenken, Armen oder Beinen im Unterricht nicht gross stören würden. Diese Abstimmung führte zu einem rechtsstaatlich bindenden Vertrag zwischen der Bundesregierung und der Unicef und bedeutet, dass diese Vereinbarung nicht einseitig aufgekündigt werden kann.
Niemand der Angeordneten hatte begriffen, dass Kinder mit Behinderungen alle Kinder mit einschliesst. Denn: jedes Kinder ist irgendwo behindert; manche können nicht schnell laufen, andere schlecht hören und wieder andere sprechen unzureichend. All diese Kinder dürfen sich jetzt nicht nur jede beliebige Schule aussuchen, sondern sie müssen auch dort in ihrer Behinderung individuell gefördert werden.
Bisher konnten verhaltensauffällige Kinder auf eine Sonder- oder Förderschule "abgeschoben" werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich (obwohl dies nach wie vor weiter praktiziert wird).
Was also tun mit Sonderlingen und gestörten Kindern?
Lehrer können die Kinder nur des Raumes verweisen und in besonders schweren Fällen einen Arzt beauftragen; dieser hat eine bunte Palette von beruhigenden und/oder bewusstseinsveränderten Medikamenten zur Verfügung.
Aber er kommt zumeist nur einmal...

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Grundsätzlich steigt seit Jahren die Zahl der Schüler, die eine besondere Förderung benötigen, an. Die "normalen" Lehrkräfte sind oftmals mit der Vielzahl der Störungsprofile überfordert. Die Integration mancher Kinder ist schwer, weil ein verhaltensauffälliges Kind jederzeit den gesamten Lernstoff durcheinander wirbeln kann. Folgen sind u.a. kreischende Schüler, schreiende Lehrer, Ausgrenzung von Schülern, Androhung und Durchsetzung von Strafmassnahmen. Oft wird die Ursache eines solchen Ausbruchs nicht erkannt; das kann u.a. an mangelndem Schlaf liegen, an Überreizung, an einem schlechten Gehör oder dem Sehen.

Das Sonar-Institut, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Förderlehrern, hat nach einer Möglichkeit gesucht, auffällige Kinder zu beruhigen und sie darüber hinaus wieder ins Klassengeschehen zu integrieren.

Eine Möglichkeit wäre ein Waldlauf. Die Kinder können sich dabei abreagieren und sind danach oft wieder in der Lage, dem Unterricht ruhig zu folgen. Doch leider benötigt ein Kind dafür einen persönlichen Trainer, den die Schule nicht für alle stellen kann.

Aus der Biologie wissen wir, dass Wale ihren Kindern Trost und Energie übermitteln können, bekannt als Walgesänge, auch über grosse Entfernungen hinweg. Das ist vergleichbar mit einer Menschenmutter, die ihr Kind mit Worten beruhigt und ihm Hoffnung gibt.
Aus diesen Überlegungen heraus, und durch viele praktische Versuche untermauert, wurde ein Sonar-Sessel entwickelt. Die kräftigen, tiefen Resonanzen sind für unsere Ohren nicht hörbar, aber der Körper nimmt diese Wellen über den Rücken auf. Damit wird das Immunsystem angeregt und körpereigene Stimulanzen können vom Körper gezielt eingesetzt werden. Schon nach wenigen Minuten kann sich der Körper entspannen und gewinnt neue Kräfte.
Damit ist es möglich, dass Kinder nach einer kurzen Auszeit (5 bis 10 Minuten) wieder in den Unterricht integriert werden. Das bedeutet: weniger Ausfallzeiten, weniger Stress bei Schülern und Lehrern und es bedeutet vor allem, dass Kinder inkludiert werden.
Mit anderen Worten: damit ist es möglich, den Inklusionsgedanken überall zu praktizieren.

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Der Sonar-Sessel in einer Integrationsklasse
Eine Integrationsklasse suchte nach einem Jahr, in dem eine Inklusion (oder Integration) nur bedingt erfolgte, nach neuen Möglichkeiten; u.a weil sich die verhaltensauffälligen Kinder bei Überlastung auf den Klassenboden warfen, schreiend ihr Unwohlsein kundtaten und damit (fast) jede Stunde boykottierten. Das wiederum führte dazu, dass der Klassenlehrer mit harter Hand Ordnung zu schaffen versuchte und hauptsächlich die "normalen" Kinder ansprach. Das wiederum führte dazu, dass die auffälligen Kinder von den normalen Kindern gemieden und zum Teil beschimpft wurden als die "Blöden" oder "Doofen".

Dieser Zustand sollte verändert werden. Es wurde eine Förderlehrerin eingestellt, die mithilfe spezieller Unterrichtsmaterialien und dem Sonar-Sessel eine Änderung bewirken sollte.

Zu den Sonar-Resonanzen
Die Sonarresonanzen sind ungefährlich für Mensch und Tier (das Steuergerät arbeitet mit 12 Volt). Sie sind vergleichbar mit harmonischer Musik. Der Hauptteil der Resonanzen liegt unterhalb der Hörvermögens des menschlichen Ohres (1-25 Hertz).
Die Sonar-Resonanzen sind die einzigen Wellen, die Nachrichten durch das Wasser übertragen können. Und da unser Körper biologisch gesehen einem Fass, gefüllt mit Wasser, entspricht, können diese Sonarresonanzen durch den ganzen Körper strömen und erreichen jede einzelne Zelle. Der Stoffwechsel wird angeregt, verhärtete Zellen (ein Zeichen für spätere Erkrankungen) werden "weichgeklopft". Die Sonarresonanzen sind vergleichbar mit einem Waldlauf, einatmen, ausatmen; das entspricht in etwa 10 bis 15 Hertz.
Unser Ohr hört erst Geräusche ab etwa 25 Hertz. Doch alle darunter liegenden Geräusche sind trotzdem wirksam. Aus diesem Grunde kann der Sessel auch direkt im Klassenzimmer stehen (oder draussen im Flur). Die harmonischen Wellen werden über den Rücken vom Körper aufgenommen und im Körper gespeichert oder direkt und anregend umgesetzt.

Geräusche sind immerzu um uns herum, Glockenläuten, das Zwitschern eines Vogels, Wasserrauschen. Aber auch Strassenlärm, der störend wirken kann, wenn er zu laut ist, aber auch beruhigt, wenn er kilometerweit entfernt als leises Rauschen zu erahnen ist. Und neben den reinen und kräftigen Resonanzen sind auch Naturgeräusche in den Sessel eingebettet.
Manche Kinder sehen das Sitzen auf dem Sessel als eine Traumreise an, hoch oben in den Wolken, hinein in eine Fantasiewelt oder eine Fahrt quer durch einen Urwald, wobei die leise eingebetteten Naturgeräusche zusätzlich beruhigen und entspannen.

Zur Vorbeugung des Burn-Outs sollte dieser Sonar-Sessel zusätzlich in jedem Lehrerzimmer stehen.

Gesamt-Resüme nach einem Jahr
Schon nach wenigen Wochen konnte der Unterricht normalisiert geführt werden. Alle Kinder verstanden, dass manche Kinder anders lernen müssen und akzeptierten dies, so dass am Ende des Schuljahres aussenstehende Personen nicht mehr sahen, wer denn nun Förderkind und wer Normalo ist.

Nachstehend eine Kurzfassung, in welcher Form die Förderkinder zusätzlich unterrichtet wurden. Alle Kinder (nicht nur Förderkinder) wurden regelmässig auf den Sonar-Sessel gesetzt, so dass dieser mit dazu beitrug, dass alle Kinder ausgeglichener und freudiger am Unterricht teilnehmen konnten; dies insbesondere bei Schwächeperioden und Aufmerksamkeitsdefiziten.
Ein umfangreichere Aufstellung und Bezeichnung spezieller Fördermethoden, können Sie bei uns bestellen.
 
Geschrieben wurden die Berichte von der Schulischen Heilpädagogin (SHP). Im Gegensatz zu einer Förderlehrerin hat eine Heilpädagogin noch zusätzliche Erfahrungen in der Pflege eines kranken Kindes (z.B. Kontrolle der Insulinspritzen oder Einreibungen bei Schwächeperioden).

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Hinweis:
Die nachstehenden Berichte sind stark gekürzt.
Auf Wunsch liefern wir Ihnen gerne die kompletten Förderberichte + Resüme über 1 Jahr.
Sprechen Sie uns ruhig an.
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Förderkind 1 (Albert)

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Hinweis
Dieses Resümee ist ein Diagnostik-Verfahren nach der Struktur-Lege-Methode nach Reiser zur Annäherung an die Innen- und Aussensichtperspektive des Kindes (hauptsächlich wird hier die Innensichtperspektive des Kindes angesprochen).

Resüme Albert
Aktuelle Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes am Ende der 1.Klasse (Schuljahr 2015/16) und der Ist-Zustand am Ende des 2.Schuljahres (2016/17) inklusiv des heutigen Zustandes (30.September 2017) aus meiner Sicht und meiner Arbeit als Schulische Heilpädagogin und Beschreibung der von mir angelegten Interventionen über ein Jahr, bei Übernahme der Klasse zum 2.Schuljahr.

1a. Früher (vor einem Jahr) - Ist-Zustand Ende 1.Klasse
Beeinträchtigung des Sehens.
Teilleistungsschwäche in der Wahrnehmung.
Verminderte Sehschärfe.
Ausläufer im auditiven Bereich.

Albert hatte zu diesem Zeitpunkt ein gutes Vermögen, sich zu bemühen, sauber und ordentlich zu schreiben (in grösseren Zeilen). Er hatte dazu ein Extra-Übungsheft von der SHP bekommen. Er hat sich viel Mühe gegeben und er hatte eine schöne Beziehungsebene zu der ehemaligen Heilpädagogin.
Dennoch wurden bestimmte Teilbereiche der visuellen Wahrnehmung weniger gefördert; die Ausläufer davon waren eine schnellere Ermüdung und geringe Belastbarkeit sowie starke Konzentrationsmängel.
Auch feinmotorisch wirkte sich diese ungenügende Förderung auf die Bewegungsabläufe der Grobmotorik aus, u.a. in der Koordination im Turnen, im Werken und der Handarbeit.

1b. Heute (Ist-Zustand ein Jahr später)

Zu allererst musste stärker an der Konzentration im Unterricht gearbeitet werden. In regelmässigen Intervallen verhilft ihm der Sonar-Sessel zu mehr Konzentration und frischer Kraft. Weiterhin wurde das Programm von Lauth und Schlottke für Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten hauptsächlich mit Signalen und Karten herausgearbeitet - anfangs mit der Stopp-Karte. In der Einzelsitzung mit der Schulischen Heilpädagogin wurde die Stopp-Karte verbunden mit Körperarbeit, eine Situation "einfrieren" (frozen) zu lassen. Dann wurde es im Spiel übertragen (Gugglebahn). Das hat sich sehr positiv auf die Konzentration ausgewirkt, und wurde in den Unterricht übertragen. Albert steuert sich selbst darin und hat es verinnerlicht.

Auf Grund einer durchgehenden, basalen Führung hat sich seine Belastbarkeit in allen Fächern gesteigert und er kann die Anforderungen erfüllen. Auch im Werk- und Handarbeitsunterricht ist dies zu spüren.
Im Turnen hat er sich grobmotorisch verbessert. Z.B. er trifft mit dem Ball Ziele, rennt keine Geräte mehr um (die er nicht sieht).
Im Schwimmunterricht braucht er Hilfe im Becken, wenn es um Richtungswechsel geht oder Koordinationsabläufe.
Die Auditive Wahrnehmung ist als Komorbidität spürbar.
Vor einem Jahr habe ich die Eltern daraufhin angesprochen und eine auditive Überprüfung über unsere Schulische Logopädin vorgeschlagen; die Eltern wollten dies jedoch nicht, da Albert schon viele Abklärungen hinter sich hatte und sie ihm weitere Abklärungen ersparen wollten.

2a. Früher (vor einem Jahr)
Niedriges Leistungs-/Anspruchsniveau.
Flüchtigkeit, Ablenkbarkeit, impulsives Arbeiten, mangelnde Ausdauer.

Albert verlor schnell das Interesse am Lerngegenstand.
Er baute regelrecht ab. Er ging unüberlegt an Aufgaben heran, planlos, war nach 5 Minuten fertig, konnte keine Details erfassen. Er schaute auf alle anderen und Schwierigkeiten wich er völlig aus. Er wirkte wie ein Bündel an Unaufmerksamkeit, von allem irritiert.

2b. Heute

Um Lern- und Arbeitstechniken zu forcieren, verhalfen ihm auch hier der Sonar-Sessel und das Programm von Lauth und Schlottke zu besseren Leistungen. Vor allem die Karten "Genau hinsehen, genau hinschauen" und das "Zieltraining auf Details" wurden mit der Schulischen Heilpädagogin in Einzelsitzungen erarbeitet. Dieses System hat er verinnerlicht und es hat ihm auch dazu verholfen, dass er die steigenden Anforderungen in der 3.Klasse erfüllen kann.

Wenn wir weiterhin so konsequent fördern, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Albert im Übergang zur 4.Klasse den IK-Status abgeben könnte.

3a. Früher (vor einem Jahr)
Ungenügende Integration in der Klasse.
Ungenügende Soziale Integration in der Klasse.
Unklare Sicht der Pädagogen.
Problematische Umgangsformen in der Kindergruppe.

Albert fand zu wenig Beachtung in der Klasse und hatte mit den anderen Mitschülern Berührungsschwierigkeiten. Er fand wenig Kommunikation mit ihnen und wusste nicht, wie er sich in Spiele integrieren kann.
Das Team verstand zu wenig von seinen Beeinträchtigungen und die Ausläufer für das Lernen.
Von einigen Jungen wurde er immer wieder in Streitigkeiten verwickelt und verstand es nicht, mit einem gesunden Selbstwert dagegen zu halten.

3b. Heute

Der Sonar-Sessel und das Programm von Lauth und Schlottke sind auch für den Sozialen Bereich geeignet und wurde dahingehend in Einzelstunden bei der Schulischen Heilpädagogin geübt. Dies wirkte sich selbstwertsteigernd aus.
Dabei halfen ihm auch Skills und eintrainierte Sätze, die er sagen kann, wenn er in Streitereien verwickelt wird.
Weiter ging es ins Gruppenverhalten, in der Spiele und Jungengruppe.
Im Team wurde über die Vielschichtigkeit und Komplexität seiner Problematik gearbeitet. Er wird viel besser erkannt.
Dennoch ist das Thema der Integration und Zugehörigkeit für Albert immer noch wichtig. Dies muss sehr sensibel und auch in verstärkten Massnahmen mit ihm zeitlich besprochen werden.

Er braucht jemand an seiner Seite, der ihn sehen kann und immer wieder seine Vorzüge präsent macht. Er hat die Tendenz, in eine Schuldzuweisung auszuweichen oder zu resignieren. Hier ist acht zu geben darauf, dass es nicht in eine erlernte Hilflosigkeit übergeht; momentan haben wir ihn aus dieser Krise heraus bewegt.

Auch die Verantwortung im Klassenrat stärkt ihn. Dort wird er herausgefordert, er muss Position beziehen, um sich und seine Meinung zu präsentieren.

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Förderkind 2 (Claire) Down-Syndrom

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Aktuelle Bestandsaufnahme des Ist- Zustandes am Ende der 1.Klasse (Schuljahr 2015/16) und der Ist-Zustand am Ende des 2.Schuljahres (2016/17) inklusiv des heutigen Zustandes (9.September 2017) aus meiner Sicht und meiner Arbeit als Schulische Heilpädagogin und Beschreibung der von mir angelegten Interventionen über ein Jahr, bei Übernahme der Klasse zum 2.Schuljahr. Claire ist ein Trisomie-21-Kind (Down-Syndrom) und wurde versuchsweise in dieser neugeschaffenen Integrationsklasse aufgenommen.

Dieses Resümee ist ein Diagnostik-Verfahren, eine Struktur-Lege-Methode zur Annäherung an die Innensichtsperspektive. Details dazu finden Sie u.a. bei Reiser, Kretschmann, Behring, Dobrindt, Prozess-Diagnose, Betz und Bräuninger (Teufelskreis-Lernstörungen), Breuer und Weuffen (Lerndefizite und Schulerfolg), "Wenn die Organe sprechen könnten" sowie "Entwicklungspsychologie nach Meyers".

Hinweis
Dies ist auch ein Überblick für alle Beteiligten für das Gespräch am 19.9.2017 mit der Spitex, der Abteilung Heilpädagogik und der Schulleitung.
Der mit "Früher (vor einem Jahr)" bezeichnete Zeitpunkt bezieht sich auf das Ende der 1.Klasse, der mit "Heute" bezeichnete Zeitpunkt bezieht sich auf das Ende der 2.Klasse, inklusiv bis zum 10.September 2017.
Der Originaltext wurde gekürzt. Eine ungekürzte Fassung können Sie bei uns bestellen.

1a. Früher (vor einem Jahr) - Ist-Zustand Ende 1.Klasse

Leistungs-Niveau
Claire hatte ein sehr niedriges Leistungs-Anspruchs-Niveau, sichtbar durch ihr Ausweichverhalten, Verschwinden ins SHP-Zimmer und ihre Verweigerungshaltung. Nach 5 bis 10 Minuten wich sie immer aus, z.B. ging sie auf den Spielteppich und zeigte wenig bis keine Bereitschaft, sich mit Schwierigkeiten auseinander zu setzen (sie blieb einfach sitzen auf dem Spieleteppich oder im SHP-Zimmer). Es war wenig Fördermaterial vorhanden (nur ein Ballon, ein Pinsel und Knöpfe), es gab wenig bis keine Einrichtungsgegenstände im SHP-Zimmer. Es war mit ihr kein Arbeiten an dem Bänkli in der Klasse möglich.

1b. Heute (Ist-Zustand ein Jahr später)

Claire schafft täglich am Bänkli mit dem TEACCH-Arbeits- und Fächersystem, teilweise allein, geführt in Kopplung mit Vormachen und Nachmachen und Lernen am Modell.
Es gibt einen grossen Bestand an Fördermaterial, u.a. einen Sonar-Sessel, eine Küche, Zelt, Kaufmannsladen mit Kasse und Scanner, neuer Spielteppich, Deutschmaterialien, CDs (Hörspiele), Lernköfferchen, Sichtwort-Karten mit Fotos usw.; sie vollzieht alle Wechsel in andere Unterrichtsräume mit ihrem Köfferchen und einem Piktogramm allein.
Das vorab niedrige Leistungs-Anspruch-Niveau hat sich völlig umgewandelt, hin zu einer freudvollen und lustvollen Lernhaltung.

2a. Früher (vor einem Jahr)

Problematische Umgangsformen in der Klasse
Es gab wenig Kontaktanbahnungen und viel Abstandsverhalten von allen Kindern und Lehrern gegenüber Claire sowie die häufige Anwendung einer Stopp-Handgebärde (ohne Erklärung für Claire, warum).

2b. Heute

Die Besonderheiten von Claire werden von der Klassengemeinschaft akzeptiert. Es wurden Massnahmen zur Akzeptanz eines Miteinanders umgesetzt. Jetzt sind Hilfestellungen untereinander komplett vorhanden. Es wird im Klassenverband und auch auf dem gesamten Schulgelände und in den Pausen eine vollständige, lustbetonte Integration praktiziert, mit grosser Freude aneinander.

3a. Früher (vor einem Jahr)

Claires Reaktionen
Es gab ungünstige Reaktionen auf Misserfolge und Schwierigkeiten, u.a. Abwehr, Trotz, Angst, Schubsen von Kindern, Störverhalten, Hilflosigkeit.

3b. Heute

Kraftfiguren wurden aufgebaut, u.a. Kasper, Krokodil, Steine, kleine Affenfamilie, der Wolf, der König, Hund Bobby, Handpuppen.

Claire hat diese Kraftfiguren verinnerlicht für ihre Lernformen. Es gibt deutliche Erfolgs-Rückmeldungen mittels des Smiley-Kalenders mit Belohnungs-Angeboten (singen, tanzen, zaubern), teilweise nach jeder Unterrichtsstunde. Dies ist gleichzusetzen mit einer selbstwertsteigernden Attribution.
Es erfolgte eine Integration von Portmann-Gebärden, die ebenfalls den Klassenkameraden zur Verfügung stehen. Äussere Aggressionen gegenüber Klassenkameraden sind vollständig abgebaut, kein Schubsen mehr.
Claire hat kein Störverhalten mehr und wenn, greift sie auf Anregung, auch von Klassenkameraden oder Betreuern, auf die Portmann-Gebärden-Abfolge, die an ihrem Arbeitsplatz hängen, zurück und reflektiert ihr Verhalten.

4a. Früher (vor einem Jahr)

Geringe Frustrationstoleranz.
Diese zeigte sich in Trotzverhalten, Wegdrehen, schmollen, Verharren in dieser Haltung.

4b. Heute

Sie setzt sich ein eigenes Stopp durch die Abfolge der Portmann-Gebärden und reflektiert und kommt dadurch in die Versachlichung. Sie hat eine gute Fehlerkultur entwickelt und kommt relativ schnell aus Verharrungssituationen heraus.

5a. Früher (vor einem Jahr)

Mangelndes Interesse für Lerninhalte
Lernunlust bei Lernaufgaben, da sie nicht die Erlebniswelt von Claire berührten oder die keine Ich-Nähe ausdrückten.

5b Heute

Die Ich-Nähe ist hergestellt. Die Lernangebote sind handlungsorientiert, die Methoden sind anschaulich, Lerngegenstände sind attraktiv und an ihre Interessen und Bewegung des Rollenspiels gebunden, lustbetontes und freundvolles Lernen, vollständiges Erfassen ihrer Erlebniswelt.
Sie kann mit klaren Forderungen umgehen durch das eingerichtete Fächersystem als Lernstrategie und findet darin lustbetonte Gegenstände ihrer Erlebniswelt. Die Form der Bewertung ist mit dem Smiley-Bewertungssystem gekoppelt.

6a. Früher (vor einem Jahr)

Ungenügende Sozialisation des Kindes in der Klasse
Es bestanden eine fehlende Zugehörigkeit, stigmatisierende Sichtweisen, Berührungsschwierigkeiten seitens der Pädagogen und Hilfskräfte, Ängste im Umgang mit Claire und eine geringe Beachtung in der Klasse.

6b. Heute

Es wurde Projekte durchgeführt, z.B. Genuss-Training, Fit und Stark fürs Leben, der Musé Stiftung, der Reiz der Nebensächlichkeiten, ihre Sinnesebenen wurden erweitert, Wertvorstellungen darüber wurden aufgebaut.
Claire ist jetzt vollständig fassbar für alle Schüler, Lehrer und der Schulleitung.

7a. Früher (vor einem Jahr)

Beeinträchtigung der Wahrnehmungsbereiche.
Es gab wenig Förderangebote, kein Konzept und wenig adäquates Material. Sie wurde aus dem Turnunterricht und Schwimmunterricht ausgeschlossen, aus Aktivitäten in der Aula. Dies zeigte sich so, dass sie am Rande sass oder mit Köpfhören verängstigt in der Ecke.

7b. Heute

Das feinmotorische Training ist vollständig in den Unterricht integriert, auch in der Handarbeit, es besteht auch eine komplette Integration im Schwimm- und Turnunterricht.

8a. Früher (vor einem Jahr)

Mangel an Erfolgszuversicht
Dies zeigte sich in der Unsicherheit bei Aufgaben, keine Lernstrategien, Angst vor Schwächen.

8b. Heute

Durch die Schaffung von Bedingungen, in denen sich Claire beim Lernen sicher fühlen kann, von festen Ritualen, individuellen Massstäben und Erfolgs-Lernmethoden und vor allem durch ein erlebniswirksames Modell des Fortschritts geht Claire voller Freude an ihre Lernaufgaben.

9a. Früher (vor einem Jahr)

Beeinträchtigung der Sprache
Es gab phonetisch-phonologische Sprachauffälligkeiten, keine phonemische und keine phonologische Bewusstheit. Die semantisch-lexikalische Ebene war stark beeinträchtigt, ebenso die pragmatisch-kommunikative Ebene.

9b. Heute

Durch Kommunikationssituationen im Rollenspiel und der Entwicklung von Freude an Kommunikationssituationen konnten die Anforderungsstrukturen in der sprachlichen Gestaltung zunehmend verbessert werden.
Sie erfasst 12 Buchstaben und dazu entsprechende Sichtwörter.
Umfang der Sichtwörter: 20 bis 40, die sie auf der Magnettafel nachschreibt. Die nächsten 12 Buchstaben und Sichtwörter werden in diesem Schuljahr erarbeitet.

10a. Früher (vor einem Jahr)

Gesundheitszustand
Geringe Belastbarkeit, häufige Krankheiten, psychophysische Belastbarkeit eingeschränkt (es zeigte sich eine schnelle Ermüdung, teilweise auch bedingt durch die Diabetes-Erkrankung). Vieles davon wurde nur auf die Diabetes-Erkrankung geschoben (sie wurde auf Grund der Erkrankung wenig gefordert).

10b. Heute

Die Anforderungen wurden allmählich gesteigert. Es wurde dem entgegengesetzt die Lernfreude, ihre Interessen und der Erfolg gespiegelt. Es wurden Massagen (Füsse, Immunsystem aktiviert), Öle und wärmende Steine eingesetzt. Hinzu kommen Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, eigene Ich- und Selbstwert-Steigerung, sich selbst berühren (an Füssen und Händen), Arbeit mit Steinen, insbesondere Bergkristall und Eisen.

11a. Früher (vor einem Jahr)

Zögerliches und ängstliches Arbeitsverhalten
Claire hatte wenig Ausdauer. Dies stellte sich als Verweigerung, Ausweichen und Bummeln dar, höchstens 5 bis 10 Minuten Konzentration.

11b. Heute

Signalsysteme sind aufgebaut. Die Bedingungen zur Ausnutzung der Lernzeit, dem Lernen am Modell, sind erneuert, ebenso die Würdigung kleiner Schritte. Ihre Konzentrationsbereitschaft ist jetzt auf 45 Minuten bis zu 90 Minuten erweitert mit verschiedenen Lernimpulsen und wechselnden Lernstilen. Sie kommt gut über einen 5-stündigen, täglichen Unterrichtstag in guter 45-minütiger Konzentration.

12a. Früher (vor einem Jahr)

Keine reflektierende Selbsteinschätzung
Es bestanden Hinweise auf Normen, ohne Visualisierung, ohne Belohnungssysteme.

12b. Heute

Es gibt einen Stimulo-Kalender mit Belohnungssystem, eine vollständige Integration der Portmann-Gebärden sowie die Verständigung mit Klassenkameraden (auch über die Portmann-Gebärden).

12a. Früher (vor einem Jahr)

Rückzug
Claire zog sich zurück in eine Traurigkeit, Antriebslosigkeit und wirkte teilweise depressiv.

12b. Heute

Der Antrieb ist gesteigert worden durch fantasievolle und kreative Lernangebote, u.a. mit gestützten Angeboten der Tiefen- und Entwicklungspsychologie. Wir haben jetzt bei Claire keine Depressivität mehr, sondern lustvolle Freude! Sie kommt sehr gern in die Schule. Das ist jetzt ihr eigener Ort geworden, ihr Lebensort und Modellort für das Leben.

13a. Früher (vor einem Jahr)

Rückstände in Mathematik
Sie hatte wenig Mengenvorstellungen.

13b. Heute

Sie hat jetzt Mengenvorstellungen von 1 bis 10 und betreibt lustvolle Mathematik am Arbeitsmaterial von Kutzer und am Kaufmannsladen und die fünf Denkvorgänge in Mathematik sind abgeschlossen.

14a. Früher (vor einem Jahr)

Entwicklungsrückstände im Denken
Die Rückstände zeigten sich in einer geringen Informationsverarbeitung, einer geringen Geschwindigkeit und Einschränkung des Kurzzeitgedächtnisses.

14b. Heute

Durch das Entwickeln von Denksystemen nach Vygotski hat sie eine Leistungssteigerung vollzogen, u.a. durch Automatisierungen und durch die Begrenzung von höchstens 3 (besser 2) Informationen. Dieser Zustand muss gehalten werden in tagtäglicher Förderarbeit und flexiblen Ausbau im tagtäglichen Leben nach der Schule (z.B. in Familie und Freundeskreis). Anwendung der Shaping-Methodik aus der Inklusionsmethodik.

15a. Früher (vor einem Jahr)

Bindungsmuster
Unter anderem durch die Spannungsverhältnisse innerhalb des Schul- und Helfersystems um Claire entwickelte sie ein unsicheres und ängstliches Bindungsmuster.

15b. Heute

Durch die Konfrontation mit besseren Beziehungserfahrungen, der Arbeit an einer gemeinsamen Sache und dem Abbau der Spannungen im Helferkreis konnten die Bindungsmuster aufgelöst werden, durch Feinfühligkeit, Geduld, viel Einsatz und Hingabe, Entgegenkommen, Zuverlässigkeit, Regeln und festen Ritualen.

16a. Früher (vor einem Jahr)

Unklare Sicht von Pädagogen, Schulleitung und dem Team
Dies zeigte sich in Angst und Abgrenzungsverhalten gegenüber Claire. Es gab zu wenig Wissen über die Beeinträchtigungen der Trisomie 21 und auch über das Wesen der Diabetes-Erkrankung als Auto-Immunerkrankung. Hinzu kamen Fehlurteile über Verhaltenseigenschaften und Persönlichkeitsentwicklungen, keine Vorstellung von den tatsächlichen Ursachen des Wesens der Erkrankungen. Ausserdem gab es unausgesprochene Spannungen zwischen der Spitex und der Mutter. Darüber hinaus gab es unausgesprochene Vorstellungen und Bewertungen, teilweise ein konträres, gegenseitiges Unverständnis, isolierte Sonderrollen, Hilflosigkeit, Burn-Out der früheren Heilpädagogin, evtl. ausgelöst durch Alleinlassensgefühle, Wertschätzungsproblematiken und empfundener fehlender, innerer Unterstützung durch Schulleitung und Team.

16b. Heute

Heute gibt es Gespräche im Helferteam. Die Komplexität und Vielschichtigkeit der Trisomie 21 ist erklärt und erläutert worden.
Neu ist auch, dass die Diabetes mehr als geistig-seelischer Heilungsprozess (neben der herkömmlichen Schulmedizinischen Herangehensweise) gesehen werden könnte.

17a. Früher (vor einem Jahr)

Reaktionsweisen der Eltern
Problematische Reaktionsweisen der Eltern waren u.a. Enttäuschung, Resignation, eine geplante Abmeldung von Claire aus der Schule, unterschiedliche Deutungen der seelische Krankheitszustände von Claire und Eltern.

17b. Heute

Wir haben den Integrationsgedanken wieder bei den Eltern eingepflanzt, die Ausschulung wurde verhindert. Schön wäre es, wenn dies auch therapeutisch weiter aufbereitet wird.

18. Das Wesen der Diabetes-Erkrankung

Dies bedeutet vom ganzheitlichen Sinn her, dass in Claires Körper Selbstzerstörungskräfte wirken, die sich im Bereich der Bauchspeicheldrüse manifestiert haben. Hinzu kommt, dass die Begegnung zwischen Mutter und Kind mit Trisomie 21 in unserer Kultur in der Regel meist etwas Schmerzvolles darstellt und die soziale und lustvolle Einheit, die die Voraussetzung ist für die geistige Entwicklung, von Anfang an verzögert ist.

Claire braucht Zuwendung und Aufmerksamkeit für völlig andere Dinge, z.B. im Lernen, damit sie etwas schafft. Man muss jeden kleinen Schritt würdigen, ein lustvolles, fantasievolles Miteinander. Licht und Hoffnung sind ganz wichtige Zutaten. Man muss ihr jegliche Schuldgefühle nehmen und ihr bestätigen, dass sie lustvoll ist, für ihre Umgebung, die Klasse, die Schule.

Ich denke, dass dies in einem Jahr meiner Arbeit umgesetzt wurde.

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Förderkind 3 - Resüme 260px-FK-feingoldGeorg (Feingold-Syndrom)

Aktuelle Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes am Ende der 1.Klasse (Schuljahr 2015/16) und der Ist-Zustand am Ende des 2.Schuljahres (2016/17) inklusiv des heutigen Zustandes (30.September 2017) aus meiner Sicht und meiner Arbeit als Schulische Heilpädagogin und Beschreibung der von mir angelegten Interventionen über ein Jahr, bei Übernahme der Klasse zum 2.Schuljahr.

Hinweis
Dieses Resümee ist ein Diagnostik-Verfahren nach der Struktur-Lege-Methode nach Reiser zur Annäherung an die Innen- und Aussensichtperspektive des Kindes, eher jedoch spricht sie die Innensichtperspektive des Kindes an.

1a. Früher (vor einem Jahr) - Ist-Zustand Ende 1.Klasse
Vermeidendes Bindungsverhalten. Oftmals trotziges, oppositionelles Problemverhalten - in Verbindung mit der Beeinträchtigung des Feingold-Sydroms, bzw. anders zu sein, nicht annehmen zu können.

Zum Ende des 1.Schuljahres erlebte ich Georg oft vermeidend; er nahm wenig Anweisungen von Erwachsenen an, er nahm Extra-Fördermassnahmen nicht an, wollte nicht als "anders" wahrgenommen werden und schrie dies auch hinaus, vor allem in Bezug auf unser Trisomie-21-kind, Claire. Er schrie sie an, sie solle ihn nicht anfassen, er sei nicht so wie Claire, er brauche keine Hilfe! Er hatte eine unrealistische Selbsteinschätzung und keine Bereitschaft, sich auseinander zu setzen.

1b. Heute (Ist-Zustand ein Jahr später)

Nach wie vor ist das Thema des Andersseins vorhanden, aber nicht mehr in dieser Stärke und mit diesen Extremausbrüchen. Dazu wurden für ihn Formen entwickelt, um mit ihm am Ende des Tages zu reflektieren - mit der Heilpädagogin, ersatzweise auch mit dem Team der Heilpädagogik. Festgehalten wird dies auf einer Karteikarte.
Um seine Belastbarkeit an die Anforderungen anzupassen, wurde ein spezielles Lernsystem entwickelt, welches seinen Erfolg bekräftigt (mittels Verstärkerpunkten).

Derweil kann er eine Belohnung oder Belobigung annehmen für seine Anstrengung (in der 1.Klasse lehnte er jedwede Form von Belobigung oder Förderung ab). Als Endbelohnung bekommt er etwas mit Dinos, wenn 15 Punkte auf seinem Verstärkerbild ausgemalt sind.

2a. Früher (vor einem Jahr)
Rückstände im Erwerb der Schriftsprache.
Rückstände in Mathematik
Beeinträchtigung der Sprache

Er lehnte das Schreiben von Texten bis zum Ende der 1.Klasse fast vollständig ab. Er schrieb einfach nicht. Er fing gar nicht erst an. In Mathematik lief es etwas besser.

2b. Heute

Dieses Verhalten ist vollständig aufgelöst. Das gezielte individuelle Förderprogramm mittels des Lernfähigkeits- und Motivationstrainings wurde symbolisch mit einem Kartensystem angelegt, welches jetzt weiter fortgeführt wird. Dabei muss Georg immer wieder kontrolliert und diszipliniert werden!

3a. Früher (vor einem Jahr)
Ungenügende, soziale Integration in der Klasse.
Unklare Sicht durch die Pädagogen.

Georg erfuhr bis zum Ende der 1.Klasse Berührungsschwierigkeiten seitens der Kinder und auch der Pädagogen. Das Team wusste zu wenig über die vorliegende Beeinträchtigung sowie über die Ursachen und Auswirkungen auf das Lernen.

3b. Heute

Es gab viele Gespräche im Helferteam im 2.Schuljahr, angeregt durch die neue Heilpädagogin, um Vereinbarungen zu treffen, die Georg unterstützen und fördern und ein neuer Umgang in der Bewertungspraxis mit ihm.
Die Komplexität und Vielschichtigkeit seiner Problematik wurde erläutert. Georg wird jetzt von den Klassenkameraden bewusster erlebt, in der Spielegruppe und der Jungengruppe.
Das Kurzzeitgedächtnis von Georg wirkt beeinträchtigt in vielen Situationen. Bei Reizüberflutung muss man eine Grenze setzen und Beruhigungsmassnahmen einleiten! Zehn Minuten (z.B. auf dem Sonar-Sessel) sind schon ausreichend, so dass er wieder in das Geschehen einsteigen kann.

4a. Früher (vor einem Jahr)
Geringe Frustrationstoleranz.
Misserfolge und Schwierigkeiten ausweichend.

Am Ende der ersten Klasse schrie er in die Klasse hinein, warf sich in den Morgenkreis und konnte sich nicht mehr beruhigen, auch nicht durch Interventionen. Er fand keine Alternative, wenn ihm etwas nicht gelang. Er sprach dann den ganzen Tag immer wieder davon!

4b. Heute

Er geht besser mit Frustrationen um. Es wurden Kraftfiguren aufgebaut und er kann sich jederzeit in den Sonar-Sessel setzen. Auch hat er eine Vincent-Van-Gogh-Lernschachtel. Sein Talent des Malens wurde hervorgehoben. Jeder Erfolg wurde deutlich durch Verstärkerpunkte zurückgemeldet. Sein Selbstwert wurde gesteigert, in der Spiele- und Jungengruppe. Das Stopp-Kärtchen wurde eingeführt, das Wut-Mangement in vier Schritten mit dem Wutmännchen.

5a. Früher (vor einem Jahr)
Bummelndes, zögerliches Arbeitsverhalten.
Impulsivität im Lernhandeln, Flüchtigkeit, Ablenkbarkeit,
mangelnde Ausdauer.
Lernaufgaben berührten wenig seine Ich-Nähe.

Er wirkte früher affektiert, spontan, abbrechend, unorientiert, unreflektiert.

5b Heute

Die Lernangebote mittels seiner Lernbox mit Auswahlspielen und Malmaterialien, sein Signalsystem und sein Lernkartensystem in der Vincent-van-Gogh-Schachtel sowie der Sonar-Sessel und eine Eieruhr haben seine Lern- und Arbeitstechniken, Gewohnheiten, Lernverhalten und Strategien positiv beeinflusst.
Er tendiert mehr rechts, in der Aussenwelt. Das bedeutet körpersprachlich gesehen, dass er die Kontrolle haben möchte.

6a. Früher (vor einem Jahr)
Motorische Hyperaktivität.
Teilweise Einpressen des Körpers mit Armen und Beinen (Krampfschübe).
Unkoordinierte Bewegungen.

Ich hatte das Gefühl, dass bis zum Ende der 1.Klasse die Problematik von Georg den Eltern nicht so bewusst war. Die Empfehlungen der Schulischen Heilpädagogin auf Ergo-, Physio- und anderen Therapien wurde nicht nachgegangen. Georg sollte alles so machen, wie die anderen auch, er sollte keine Beeinträchtigungen haben durch seine Krankheit.

6b. Heute

Georg erhält heute Ergo-Therapie und geht nur noch bis 16 Uhr in die Tagesstruktur. Er bekommt Einzelstunden bei der Schulischen Heilpädagogin, Bewegungspausen, Wärme, Klangstuhl, Beruhigung, Begleitung und Hilfestellung.
Georg muss man im Blick haben. Er läuft gut in einem klaren, geregeltem System mit Mehraufwand und Unterstützung; ansonsten verliert er sich in sich selbst, wenn er diese Spiegelung und Hilfestellung nicht bekommt.
Er berichtete auch, dass seine Mama sagt, er sei krank; doch sein Vater widerspricht ihr, sagt, Georg wäre nicht krank, streitet darüber mit seiner Frau.

7a. Früher (vor einem Jahr)
Reaktionsweisen Eltern

Wie schon vorab beschrieben, hat die Schulische Heilpädagogin in der 1.Klasse versucht, die Beeinträchtigungen von Georg den Eltern näher zu bringen und weitere Therapien empfohlen.

7b. Heute

Georg geht in die Ergotherapie, aber wir haben nach wie vor hohe Leistungserwartungen seitens der Eltern und müssen weiter gemeinsam ins Gespräch darüber kommen, was Georg tatsächlich leisten kann (und was nicht)! Wir müssen die Erwartungen auf einen Realismus bringen.
Georg soll wachsen und gedeihen in seinem Rahmen und mit seinen Möglichkeiten.

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Förderkind 4 - Simon (Autist)

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Aktuelle Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes am Ende der 1.Klasse (Schuljahr 2015/16) und der Ist-Zustand am Ende des 2.Schuljahres (2016/17) inklusiv des heutigen Zustandes (30.September 2017) aus meiner Sicht und meiner Arbeit als Schulische Heilpädagogin und Beschreibung der von mir angelegten Interventionen über ein Jahr, bei Übernahme der Klasse zum 2.Schuljahr.

Hinweis

Dieses Resümee ist ein Diagnostik-Verfahren nach der Struktur-Lege-Methode nach Reiser zur Annäherung an die Innen- und Aussensichtperspektive des Kindes (hauptsächlich spricht sie hier die Innensichtperspektive des Kindes an).

1a. Früher (vor einem Jahr) - Ist-Zustand Ende 1.Klasse

Unsicheres, ängstliches Bindungsmuster
Ängstliches Bindungsmuster, Angst vor vielen Situationen mit Ausweichverhalten, Verkriechen in sich selbst, vor allem Angst, etwas falsch zu machen, sein zu müssen wie alle anderen, eine zu hohe Anpassung und Ausbrüche mit Verweigerung, überdurchschnittliches Bedienen der Nahsinne und Angstverhalten

1b. Heute (Ist-Zustand ein Jahr später)

Ein Sozialtrainingsprogramm wurde angelegt - "Ich mag dich" - für Asperger-Autisten. Mittelpunkt war das Thermometer mit Gradzahlen und Simon II als grosse aufgemalte Spiegelfigur im Klassenraum.
Jede Situation, die Simon Angst verursachte, wurde am Thermometer und mit Simon II ausgewertet. Dazu gehörten Klassensituationen, Konfliktsituationen.
Zudem kann er immer, wenn Erschöpfungszustände bemerkbar werden, den Sonar-Sessel nutzen, 5 bis 10 Minuten.

2a. Früher (vor einem Jahr)
Mangelndes Interesse von Lerninhalten. Wenig Ich-Nähe der Lerninhalte (dadurch zögerliches Beginnen und Ablenkbarkeit).

Sein Arbeitsbeginn bei Aufträgen war früher stark verzögert. Er verweigerte tlw. Aufgaben oder eine Anstrengung, da er rasch ermüdete und gering psychophysisch belastbar war.

2b. Heute

Es wurde ein Arbeits-Struktursystem von TEACCH eingeführt, mit Piktogrammen, Fächersystem, Tagesplan und Fertigkorb, Ein- und Aus-Checken im Kreis und anderen Unterrichtsfächern in Übergängen.

Dieser Prozess ist jetzt abgeschlossen, er braucht nur noch den Tagesplan am Bänkli mit Abhakfunktion sowie ein Beginnritual am Morgen - und ein Endritual. Und manchmal, vor bestimmten Unterrichtsstunden, Materialien aus seiner Spezial-Lernbox (Basteln mit Schablonen, Streichholzspiele, Bücher über Eisenbahn und Flugzeuge). Dies ist ein geführter Prozess, der eine bestimmte Stimmung und Atmosphäre schafft, so dass Simon gut lernen kann. Sein Ich-Erleben wurde gestärkt, indem sein Spezialinteresse auf Flugzeuge und Eisenbahnen bewusst gesteuert wurde (gleich an jedem Morgen). Diese Aufmerksamkeits-Bereitschaft verhalf ihm dazu, seinen Lernalltag konzentriert zu schaffen, da diese Aufmerksamkeit ja schon da ist.
Dies ist ein geführter Prozess mit kleinen, sanften Interventionen, die Simon tlw. auch allein abrufen kann. Würde man ihn darin nicht lenken und leiten, kommt es in Transfer-Situationen zu Ausweichverhalten.

3a. Früher (vor einem Jahr)

Die Beeinträchtigung der Wahrnehmung infolge des Asperger-Autismus betreffend seiner Nahsinne, Lautstärken aushalten.
Früher waren neue Situationen mit Angst verbunden, Ohren zuhalten, Quietschen, in Kreissituationen mit grosser Unruhe, den Turnunterricht nicht mitgemacht, Musikunterricht nicht mitgemacht.

3b. Heute

Kompensation der Beeinträchtigung, Rahmenbedingungen sind geschafft worden für den Turn- und Musikunterricht. Er macht jetzt beide Unterrichtsfächer vollständig mit und ist integriert.
Er braucht immer weniger Rückzug im SHP-Raum - dennoch die Möglichkeit, dass man für ihn da ist, wenn er zu müde wird, wenn er über- oder unterreizt ist (was ja für das Asperger-Syndrom typisch ist).

4a. Früher (vor einem Jahr)

Frustrationstoleranz. Reaktion auf Misserfolge und Schwierigkeiten.
Früher Verkriechen in sich selbst, Vermeidungsverhalten, Angst.

4b. Heute

Es gelingt ihm immer besser, nicht sofort Hilfe einzufordern, sondern die eingeübten Strategien einzusetzen, um seine Frustration zu regeln. Dabei ist es ihm wichtig, dass die Heilpädagogin in Sichtkontakt ist und er sich rückversichern kann.
Er muss in manchen Situationen erinnert werden an seine Erfolge, an seine Spezialinteressen, an Hörspiele mit Michel aus Lönneberga. Durch diese Erinnerungen bekommt er Entspannung und kann seine Affekte besser regulieren.

5a. Früher (vor einem Jahr)
Ungenügende, soziale Integration in der Klasse,
unklare Sicht der Pädagogen

Innerhalb des Teams gab es zu wenig Wissen über das Autistische- und Asperger-Syndrom. Die Kinder konnten ihn nicht so recht einordnen in seiner Intensität des Redens oder seiner engen Sichtweisen. Er hörte tlw. auch nicht auf, auf sie einzureden, sprach ohne Unterbrechungen und konnte sich nur schwer beruhigen. Immer wieder ging er mit Schimpftiraden an die Kinder heran, wenn etwas nicht in seinem Sinne lief.

5b Heute

Dazu gab es viele Gespräche seitens der Heilpädagogin in Teamsitzungen und auch, um an eine Klarheit zu kommen über die Ursachen des Autismus. Auch wurden IK-Projekte durchgeführt mit der ganzen Klasse, z.B. Balance, Genuss oder Projekte der Musé Stiftung, über die Simon ein anderes Ansehen in der Klasse bekommen hat.
In der zweiten Klasse geschah ein grosser Umbruch in der Klasse, alle lernten ihn besser kennen und merkten, dass er bereichernd wirkt in der Klasse.
Er wird jetzt als ein Schüler erlebt, der zwar anders ist, aber verstanden wird in seiner Andersartigkeit, ohne darüber Bewertungen abzugeben. Es ist eine echte Integration, bzw. Inklusion passiert.

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Auf Wunsch liefern wir Ihnen gerne die Original-Förderberichte über 1 Jahr.
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